Suche >

Volltextsuche

Sprachauswahl

DeutschEnglish

Quicknavigation

Start Kontakt Impressum Datenschutz Sitemap

Seiteninhalt

Wer mäht den Rasen?
Tiere im Freilichtmuseum Glentleiten

Auf den Wiesen und Weiden des Freilichtmuseums finden Sie in den Sommermonaten viele Tiere. Es sind vor allem historische Nutztierrassen, die in der Region Oberbayern einst weit verbreitet waren. Zum Teil sind sie heute vom Aussterben bedroht. Bei der Pflege der historischen Kulturlandschaft im Museum helfen sie tatkräftig mit.

Unsere Tiere im Einzelnen:

Schafe
Brillenschafe
Das Brillenschaf ist robust und anspruchslos. Es hat einen stark gewölbten Nasenrücken und einen unbewollten, hornlosen Kopf. Die Augen sind von einer typischen Pigmentierung (Brille) umgeben.

Die Ursprünge des Brillenschafes reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Paduaner- und Bergamaskerschafe aus Norditalien mit dem in Kärnten häufig gehaltenen Steinschaf eingekreuzt wurden.

Die Rasse ist im südostbayerischen Alpen- und Voralpenraum sowie im Bayerischen Wald verbreitet.

Der Bestand in Bayern gilt als extrem gefährdet und beträgt ca. 520 Tiere.

Alpine Steinschafe
Das Alpine Steinschaf stammt direkt vom ausgestorbenen Zaupelschaf ab und ist eine der ältesten Schafrassen überhaupt. Es ist hervorragend an die schwierigen Gelände- und Klimabedingungen des Hochgebirges angepasst. Die Tiere sind klein und leicht. Ihre Klauen sind hart und bieten im steinigen Gelände sehr gute Trittsicherheit. Die in allen Farben vorkommende Mischwolle aus groben Grannenhaaren und feinen Wollhaaren schützt den Körper vor dem regenreichen Alpenklima. So können die Tiere für Rinder unzugängliche Hochlagen im Gebirge nutzen.

Verbreitet war das Alpine Steinschaf im ganzen Ostalpenraum. Noch vor 100 Jahren gab es über 200.000 Tiere. Heute zählt sie mit ca. 200 Stück in Bayern zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Schafrassen.

Braune und Weiße Bergschafe
In den bayerischen und österreichischen Alpengebieten ist das Bergschaf in seinen verschiedenen Schlägen die typische Schafrasse. Harte Klauen, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit befähigen diese Rasse, Hochalmflächen noch bis zur Schneegrenze zu nutzen. In dieser Höhenlage müssen die Tiere starke Temperaturunterschiede und Hungerperioden infolge von Wetterstürzen überstehen.

Das Bergschaf geht auf das Zaupel- bzw. Steinschaf sowie insbesondere
auf das norditalienische Bergamaskerschaf zurück. Ursprünglich gab es viele verschiedene Schläge, die in Deutschland in den 1930er Jahren zusammengefasst und vereinheitlicht wurden.

Das Braune Bergschaf ist etwas leichter als das Weiße Bergschaf.
Beide Rassen gelten als stark gefährdet.

Kühe:

Murnau-Werdenfelser Rinder
Die Entstehung dieser Rasse ist bis heute nicht vollständig geklärt.
In einheimische Schläge wurden immer wieder verschiedene alpine Rassen eingekreuzt. Die Klöster Ettal und Murnau trugen durch die Einfuhr von Tieren aus Tirol zur Entstehung der Rasse bei. Das Murnau-Werdenfelser Rind ist sehr gut an Moor- und Sumpflandschaften angepasst, aber ebenso für steile Almen geeignet. Es war früher eine typische Drei-Nutzungsrasse (Milch, Fleisch und Arbeitsleistung).

In den 1950er und 1960er Jahren starb die Rasse fast aus, da sie in der Milch- und Fleischleistung dem Braun- und Fleckvieh unterlegen ist.
Die Technisierung machte die Arbeit der Ochsen für Feld-, Wald-
und Transportarbeit überflüssig.

Heute werden Tiere dieser Rasse für die Landschaftspflege eingesetzt. Die Milch der Kühe besitzt eine einzigartige Zusammensetzung an Milchproteinen. Die Rasse gilt als extrem gefährdet.

Hühner:
Rebhuhnfarbige Italiener
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das heute ausgestorbene
Deutsche Landhuhn überall verbreitet. Durch Einkreuzungen von italienischen Landhühnern entstand daraus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Rasse "Rebhuhnfarbige Italiener". Wegen ihrer guten Legeleistung (ca. 250 Eier/Jahr) wurde sie zur beliebtesten Wirtschaftsrasse der damaligen Zeit.

Aufgrund ihres lebhaften Temperaments suchen die Tiere bei genügend Grünauslauf einen großen Teil ihres Futters selbst. Die Hähne sind sehr aufmerksam und stets bereit, ihre Herde gegen Gefahren zu verteidigen.

Die ausgeprägte Mobilität der Tiere stellte sich in der industriellen Hühnerhaltung, die in den 1970er Jahren aufkam, als nachteilig heraus.
Daher verschwand die Rasse zunehmend aus der Wirtschaftsgeflügel-zucht. Heute werden die Rebhuhnfarbigen Italiener vor allem von Liebhabern und ökologisch wirtschaftenden Bauern gehalten.

Pferde
Süddeutsche Kaltblüter
In Bayern wurde schon in früheren Jahrhunderten ein Kaltblutpferd gezüchtet, das als ‚Noriker’ bezeichnet wurde, weil es auf Pferde der römischen Provinz Noricum zurückgehen soll. Daraus entwickelten sich zwei Schläge, der etwas schwerere "Pinzgauer" mit großem Leistungsvermögen und der leichtere "Oberländer", der mehr Gangvermögen zeigte.

In den 1930er Jahren kam es zur Verschmelzung beider Schläge, und es entstand ein mittelschweres Wirtschaftspferd. Seitdem auch in Württemberg und Baden die Kaltblutzucht auf diese Pferderasse umgestellt wurde, wird sie als "Süddeutsches Kaltblut" bezeichnet.

Diese mittelgroßen, wendigen Kaltblutpferde finden
bei vielen landwirtschaftlichen Arbeiten und beim Holzrücken Verwendung. Gerne werden sie bei Umzügen wie z.B. Leonhardifahrt bzw. –ritt Anfang November eingesetzt.

Schweine
Schwäbisch-Hällische Landschweine
In Oberbayern hielt man bis in die 1850er Jahre fast ausschließlich das heute ausgestorbene Bayerische Halbrote Landschwein. Als in Württemberg um das Jahr 1820 eine Anzahl "Chinesenschweine" aus England importiert wurde, entstand durch Einkreuzung dieser Sattelschweine in die vorhandenen Landrassen (auch in das Bayerische Halbrote Landschwein) das Schwäbisch-Hällische Landschwein. Seinen Namen erhielt es aufgrund seiner starken Verbreitung in der Region um Schwäbisch Hall.

Ab den 1960er Jahren wurde vom Verbraucher zunehmend fettarmes Fleisch bevorzugt. Die alten Rassen wurden verdrängt, und die Zuchtbuchführung wurde eingestellt. Anfang der 1980er Jahre galt das Schwäbisch-Hällische Landschwein als ausgestorben. Die wenigen Hohenloher Bauern, die noch Schweine dieser Rasse besaßen, engagierten sich für die Gründung eines eigenen Zuchtverbands. Durch intelligente Vermarktung erreichten sie Anfang der 1990er Jahre einen Wiederaufschwung der Schwäbisch-Hällischen Schweinezucht.

Gänse
Bayerische Landgänse
In Bayern gab es zwei Zuchtrichtungen von Gänsen: Die Legegans,
die jährlich ca. 40 Eier legt, und die Brutgans. Die Bayerische Landgans gehört zum Typ der Brutgans.

Tiere dieser Rasse legen jährlich ca. 10 bis 14 Eier, die sie selbst ausbrüten. Die Gössel (Küken) ziehen sie zuverlässig auf, wobei sich auch der Ganter (männliches Tier) aktiv beteiligt. Die robusten und genügsamen Tiere wurden nur des Fleisches wegen gezüchtet. Sie konnten in den Farben reinweiß, grau, blau, braun oder in allen diesen Farbschlägen gescheckt vorkommen.

In den Jahren nach 1950 ging insbesondere die Zahl der Kleinhalter
stark zurück, von denen die Bayerische Landgans gezüchtet wurde. Heute gibt es nur noch ca. 40 Halter dieser Rasse in Deutschland.
Brillenschafe
1 2 3 4 5 6 7 8
Logo Bezirk Oberbayern