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Eine Tankstelle auf Reisen

Der Wiederaufbau beginnt

Der Standort auf dem Gelände steht nun endgültig fest: Unmittelbar an der Zufahrtsstraße zum Museum gelegen, wird die leuchtend rote Gasolin-Tankstelle zukünftig allen Besucherinnen und Besuchern schon bei der Anfahrt ins Auge springen. Bis aber tatsächlich die einzelnen Bauteile wieder zu einem vollständigen Gebäude zusammengefügt werden können, muss der Bauplatz entsprechend vorbereitet werden; konkret heißt das: Humusschicht abtragen, Regenentwässerung verlegen, mit Kies aufschütten und schließlich Schnurgerüst errichten.

Noch deutet nichts auf eine Tankstelle hin, aber die ersten Arbeiten haben begonnen, ein paar Sträucher müssen weichen.

Noch deutet nichts auf eine Tankstelle hin, aber die ersten Arbeiten haben begonnen, ein paar Sträucher müssen weichen.
Noch deutet nichts auf eine Tankstelle hin, aber die ersten Arbeiten haben begonnen, ein paar Sträucher müssen weichen.

Mit schwerem Gerät wurde die Humusschicht abgetragen, die Rohre für die Regenentwässerung liegen schon bereit.

Mit schwerem Gerät wurde die Humusschicht abgetragen, die Rohre für die Regenentwässerung liegen schon bereit.
Mit schwerem Gerät wurde die Humusschicht abgetragen, die Rohre für die Regenentwässerung liegen schon bereit.

Mit einer Kiesschicht versehen ist der Bauplatz bereit für die Fundamente. Noch ist ein deutlicher Niveauunterschied zur Straße erkennbar.

Mit einer Kiesschicht versehen ist der Bauplatz bereit für die Fundamente. Noch ist ein deutlicher Niveauunterschied zur Straße erkennbar.
Mit einer Kiesschicht versehen ist der Bauplatz bereit für die Fundamente. Noch ist ein deutlicher Niveauunterschied zur Straße erkennbar.

Der Bauplatz ist bereitet und das Kassengebäude abgesteckt, der Wiederaufbau kann beginnen.

Der Bauplatz ist bereitet und das Kassengebäude abgesteckt, der Wiederaufbau kann beginnen.
Der Bauplatz ist bereitet und das Kassengebäude abgesteckt, der Wiederaufbau kann beginnen.

Aufladen, losfahren, abladen – zweiter Teil

Finale in Unterwössen: Das letzte Bauteil der Tankstelle macht sich auf den Weg ins Museum. Stolze 16 Tonnen bringt der hintere Teil des Tankwarthäuschens auf die Waage. Aber ohne Probleme hebt der Autokran das sorgfältig mit Holz und Stahlprofilen stabilisierte Ziegelmauerwerk vom Fundament. Mit dem Tieflader geht es dann ins Museum. Dort wartet nun die Tankstelle in mehrere Teile zerlegt auf ihren Wiederaufbau.

Die Museumshandwerker bereiten das verbliebene Stück des Tankwarthäuschens für den Transport vor.

Die Museumshandwerker bereiten das verbliebene Stück des Tankwarthäuschens für den transport vor.
Die Museumshandwerker bereiten das verbliebene Stück des Tankwarthäuschens für den transport vor.

Um den kompletten Gebäudeteil in einem Stück anheben und versetzen zu können, wurde das Mauerwerk zuvor mit massiven Stahlprofilen unterfangen.

Um den kompletten Gebäudeteil in einem Stück anheben und versetzen zu können, wurde das Mauerwerk zuvor mit massiven Stahlprofilen unterfangen.
Um den kompletten Gebäudeteil in einem Stück anheben und versetzen zu können, wurde das Mauerwerk zuvor mit massiven Stahlprofilen unterfangen.

Für einen sicheren Transport erhielt das Mauerwerk innen und außen eine hölzerne Aussteifung.

Für einen sicheren Transport erhielt das Mauerwerk innen und außen eine hölzerne Aussteifung.
Für einen sicheren Transport erhielt das Mauerwerk innen und außen eine hölzerne Aussteifung.

Sicher verladen und fest verzurrt tritt das letzte Stück Tankstelle seinen Weg ins Museum an.

Sicher verladen und fest verzurrt tritt das letzte Stück Tankstelle seinen Weg ins Museum an.
Sicher verladen und fest verzurrt tritt das letzte Stück Tankstelle seinen Weg ins Museum an.

Alle Bauteile der Tankstelle lagern nun auf dem Museumsgelände, der Wiederaufbau kann beginnen.

Alle Bauteile der Tankstelle lagern nun auf dem Museumsgelände, der Wiederaufbau kann beginnen.
Alle Bauteile der Tankstelle lagern nun auf dem Museumsgelände, der Wiederaufbau kann beginnen.

Was am Standort von der einstigen Tankstelle bleibt, ist das abgesägte Fundament. Und auch diese Reste werden bald einer Grünanlage weichen.

Was am Standort von der einstigen Tankstelle bleibt, ist das abgesägte Fundament. Und auch diese Reste werden bald einer Grünanlage weichen.
Was am Standort von der einstigen Tankstelle bleibt, ist das abgesägte Fundament. Und auch diese Reste werden bald einer Grünanlage weichen.

Aufladen, losfahren, abladen – erster Teil

Ein spannender Moment für alle Beteiligten: Das erste Großteil, der vordere Kassenbereich des Tankwarthäuschens, wird verladen und abtransportiert. Dank einer akribischen Vorbereitung geht alles reibungslos und zügig vonstatten. Der Autokran hebt den Gebäudeteil vorsichtig vom Fundament auf den Tieflader und sicher verpackt geht es dann auf die Glentleiten.

Ein Haus am Haken: Die Museumshandwerker hängen den vorderen Teil des Tankwarthäuschens an den Kran an.

Ein Haus am Haken: Die Museumshandwerker hängen den vorderen Teil des Tankwarthäuschens an den Kran an.
Ein Haus am Haken: Die Museumshandwerker hängen den vorderen Teil des Tankwarthäuschens an den Kran an.

Spielerisch hebt der Autokran das 6,5 Tonnen schwere Bauteil vom Fundament weg.

Spielerisch hebt der Autokran das 6,5 Tonnen schwere Bauteil vom Fundament weg.
Spielerisch hebt der Autokran das 6,5 Tonnen schwere Bauteil vom Fundament weg.

Durch das Zersägen fehlt dem Kassenbereich die Rückwand. Da es sich aber um eine Stahlkonstruktion handelt, ist das ganze Bauteil in sich trotzdem stabil.

Durch das Zersägen fehlt dem Kassenbereich die Rückwand. Da es sich aber um eine Stahlkonstruktion handelt, ist das ganze Bauteil in sich trotzdem stabil.
Durch das Zersägen fehlt dem Kassenbereich die Rückwand. Da es sich aber um eine Stahlkonstruktion handelt, ist das ganze Bauteil in sich trotzdem stabil.

Für den Transport wird der offene Raum provisorisch mit Brettern verschlossen.

Für den Transport wird der offene Raum provisorisch mit Brettern verschlossen.
Für den Transport wird der offene Raum provisorisch mit Brettern verschlossen.

Wohlbehalten nähert sich die wertvolle Fracht dem Museum.

Wohlbehalten nähert sich die wertvolle Fracht dem Museum.
Wohlbehalten nähert sich die wertvolle Fracht dem Museum.

Auf dem Museumsgelände wird das Bauteil nun zwischengelagert, bis der Bauplatz am neuen Standort für den Wiederaufbau vorbereitet ist.

Auf dem Museumsgelände wird das Bauteil nun zwischengelagert, bis der Bauplatz am neuen Standort für den Wiederaufbau vorbereitet ist.
Auf dem Museumsgelände wird das Bauteil nun zwischengelagert, bis der Bauplatz am neuen Standort für den Wiederaufbau vorbereitet ist.

Zersägt und verpackt

Der finale Abbau beginnt, das Tankwarthäuschen wird für den Abtransport ins Museum vorbereitet. Dazu zersägen Experten das kleine Gebäude in zwei Teile, die dann – gut verpackt – im Ganzen verladen und mit dem Tieflader ins Museum gebracht werden. Diese sog. Ganzteiltranslozierung ist ein aufwendiges und herausforderndes Verfahren, ermöglicht es aber, möglichst viel der originalen Bausubstanz zu erhalten.

Mit einer speziellen Betonsäge trennen Experten das Tankwarthäuschen vom Fundament.

Mit einer speziellen Betonsäge trennen Experten das Tankwarthäuschen vom Fundament.
Mit einer speziellen Betonsäge trennen Experten das Tankwarthäuschen vom Fundament.

In einem zweiten Schritt wird der vordere Kassenbereich vom hinteren Lagerbereich abgeschnitten.

In einem zweiten Schritt wird der vordere Kassenbereich vom hinteren Lagerbereich abgeschnitten.
In einem zweiten Schritt wird der vordere Kassenbereich vom hinteren Lagerbereich abgeschnitten.

Massive Stahlstreben stabilisieren den vorderen Kassenbereich innen und außen beim Transport.

Massive Stahlstreben stabilisieren den vorderen Kassenbereich innen und außen beim Transport.
Massive Stahlstreben stabilisieren den vorderen Kassenbereich innen und außen beim Transport.

Abschließend erhält die filigrane Glasfassade noch eine schützende Holzverkleidung und ist dann für den Abtransport bereit.

Abschließend erhält die filigrane Glasfassade noch eine schützende Holzverkleidung und ist dann für den Abtransport bereit.
Abschließend erhält die filigrane Glasfassade noch eine schützende Holzverkleidung und ist dann für den Abtransport bereit.

Ein Flugdach macht den Abflug

Sorgsam demontieren die Museumshandwerker das ausladende Flugdach, das einst tankende Autofahrer vor Wind und Wetter schützte. Im Museum wird es dann unter weitgehender Verwendung der originalen Bauteile wiederhergestellt. Dabei erhält die fragile Konstruktion noch eine statische Ertüchtigung, schließlich soll die Tankstelle am neuen Standort auf Dauer den Wind- und Schneelasten trotzen.

Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.

Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.
Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.

Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.

Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.
Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.

Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.

Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.
Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.

Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.

Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.
Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.

Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.

Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.
Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.

Der Abbau beginnt

Endlich geht es los, die Tankstelle in Brem wird abgebaut. Auf dem ausladenden Flugdach beginnen die Arbeiten.

Der Kamin der Tankstelle - vorbereitet für den Ausbau.
Der Kamin der Tankstelle - vorbereitet für den Ausbau.

Vorsichtig entfernen die Museumshandwerker das rostige Blechdach und finden darunter – erstaunlich viel Holz! Denn was der Betrachter zunächst für einen reinen Betonbau hält, entpuppt sich als filigrane Konstruktion aus Holzbrettern und Stahlträgern.

Drei Kollegen der Glentleiten begutachten die Konstruktion der Tankstelle.
Drei Kollegen der Glentleiten begutachten die Konstruktion der Tankstelle.

Der Kamin, gut eingepackt, in einem Stück ins Museum.

Der Kamin wird aus der Tankstelle gehoben.
Der Kamin wird aus der Tankstelle gehoben.

Den Farben der Vergangenheit auf der Spur

Den Farben der Vergangenheit auf der Spur
Den Farben der Vergangenheit auf der Spur

Das Baugerüst steht, der Abbau der Tankstelle aus Brem kann beginnen. Zuvor hat Restauratorin Maria Wimmer die Oberflächen des Gebäudes genauer untersucht und ihren Zustand dokumentiert. Die unterschiedlichen Farbschichten erzählen die Geschichte, bei welcher Firma die Reisenden hier früher tanken konnten.

Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG. Es folgen Schichten in Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG und alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design. Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.
Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG. Es folgen Schichten in Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG und alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design. Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.
Farbschichten mit Farbkarte im Vergleich.
Farbschichten mit Farbkarte im Vergleich.
  • Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG.
  • Es folgen Schichten in den Farben Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG. Alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design.
  • Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.

Im Freilichtmuseum erhält die Tankstelle wieder ihr ursprüngliches Aussehen, leuchtet also bald wieder in herrlichstem Rot!

Im Museum wird ein neues Exponat eröffnet: eine Tankstelle aus den 1950er Jahren.

Das erste zugehörige Sammlungsobjekt der Tankstelle ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.
Das erste zugehörige Sammlungsobjekt der Tankstelle ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.

Das erste zugehörige Sammlungsobjekt ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.

Das Freilichtmuseum konnte das Gebäude kurz vor seinem Abriss retten. Die Tankstelle stammt aus der Gemeinde Unterwössen im Landkreis Traunstein und stand an Deutschlands ältester Ferienstraße. Sie dokumentiert den beginnenden Tourismus der Nachkriegszeit in Oberbayern, den Aufbruch in die Moderne und ist zudem anschaulicher Beleg der Anpassungsfähigkeit des Landhandwerks. Als motorisierte Pferdestärken die echten Pferde ablösten, entschieden sich viele Schmiedebetriebe oder Wagnereien für die Einrichtung von KFZ-Werkstätten und Tankstellen. Das war auch in Unterwössen der Fall, wo noch heute ein Erinnerungsschild an die Walchschmiede erinnert.

Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.
Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.

Am Tag der Vertragsunterschrift: Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.