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Eine Tankstelle auf Reisen

Ein Flugdach macht den Abflug

Sorgsam demontieren die Museumshandwerker das ausladende Flugdach, das einst tankende Autofahrer vor Wind und Wetter schützte. Im Museum wird es dann unter weitgehender Verwendung der originalen Bauteile wiederhergestellt. Dabei erhält die fragile Konstruktion noch eine statische Ertüchtigung, schließlich soll die Tankstelle am neuen Standort auf Dauer den Wind- und Schneelasten trotzen.

Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.

Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.
Von Beton keine Spur: Unter dem Blechdach kommt eine Holz-Stahl-Konstruktion zum Vorschein. Das verputzte Streckmetall ist von unten an die Holzbinder angenagelt.

Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.

Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.
Jeder Holzbinder bekommt eine Abbaunummer, damit er beim Wiederaufbau im Museum wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen kann.

Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.

Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.
Die Holzbauteile sind entfernt, so dass das tragende Stahlskelett gut erkennbar ist.

Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.

Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.
Nachdem die Schrauben gelöst sind, lässt sich die Stahlkonstruktion einfach in Einzelteile zerlegen und abtransportieren.

Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.

Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.
Als letztes Teil des Daches wird die zentrale Säule abtransportiert. Auch hier wieder gut zu erkennen: Kaum Beton, stattdessen viel Eisen.

Der Abbau beginnt

Endlich geht es los, die Tankstelle in Brem wird abgebaut. Auf dem ausladenden Flugdach beginnen die Arbeiten.

Der Kamin der Tankstelle - vorbereitet für den Ausbau.
Der Kamin der Tankstelle - vorbereitet für den Ausbau.

Vorsichtig entfernen die Museumshandwerker das rostige Blechdach und finden darunter – erstaunlich viel Holz! Denn was der Betrachter zunächst für einen reinen Betonbau hält, entpuppt sich als filigrane Konstruktion aus Holzbrettern und Stahlträgern.

Drei Kollegen der Glentleiten begutachten die Konstruktion der Tankstelle.
Drei Kollegen der Glentleiten begutachten die Konstruktion der Tankstelle.

Der Kamin, gut eingepackt, in einem Stück ins Museum.

Der Kamin wird aus der Tankstelle gehoben.
Der Kamin wird aus der Tankstelle gehoben.

Den Farben der Vergangenheit auf der Spur

Den Farben der Vergangenheit auf der Spur
Den Farben der Vergangenheit auf der Spur

Das Baugerüst steht, der Abbau der Tankstelle aus Brem kann beginnen. Zuvor hat Restauratorin Maria Wimmer die Oberflächen des Gebäudes genauer untersucht und ihren Zustand dokumentiert. Die unterschiedlichen Farbschichten erzählen die Geschichte, bei welcher Firma die Reisenden hier früher tanken konnten.

Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG. Es folgen Schichten in Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG und alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design. Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.
Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG. Es folgen Schichten in Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG und alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design. Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.
Farbschichten mit Farbkarte im Vergleich.
Farbschichten mit Farbkarte im Vergleich.
  • Die unterste und damit älteste Schicht ist rot, die Firmenfarbe der Gasolin AG.
  • Es folgen Schichten in den Farben Dunkel- und Hellblau. Sie stammen aus den 1970er Jahren. Die Gasolin AG fusionierte damals mit der Aral AG. Alle Gasolin-Tankstellen bekamen daraufhin ein neues, blau-weißes Design.
  • Die jüngste Farbschicht schließlich ist braun. Diesen Anstrich bekam die Tankstelle im Jahr 1982, nachdem der Tankstellenbetrieb eingestellt wurde.

Im Freilichtmuseum erhält die Tankstelle wieder ihr ursprüngliches Aussehen, leuchtet also bald wieder in herrlichstem Rot!

Im Museum wird ein neues Exponat eröffnet: eine Tankstelle aus den 1950er Jahren.

Das erste zugehörige Sammlungsobjekt der Tankstelle ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.
Das erste zugehörige Sammlungsobjekt der Tankstelle ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.

Das erste zugehörige Sammlungsobjekt ist seit Dezember 2019 im Museum: Der Schlüsselanhänger war ein treuer Begleiter der ehemaligen Tankstellenbesitzerin.

Das Freilichtmuseum konnte das Gebäude kurz vor seinem Abriss retten. Die Tankstelle stammt aus der Gemeinde Unterwössen im Landkreis Traunstein und stand an Deutschlands ältester Ferienstraße. Sie dokumentiert den beginnenden Tourismus der Nachkriegszeit in Oberbayern, den Aufbruch in die Moderne und ist zudem anschaulicher Beleg der Anpassungsfähigkeit des Landhandwerks. Als motorisierte Pferdestärken die echten Pferde ablösten, entschieden sich viele Schmiedebetriebe oder Wagnereien für die Einrichtung von KFZ-Werkstätten und Tankstellen. Das war auch in Unterwössen der Fall, wo noch heute ein Erinnerungsschild an die Walchschmiede erinnert.

Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.
Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.

Am Tag der Vertragsunterschrift: Bürgermeister Ludwig Entfellner, die ehemaligen Tankstellenbesitzer Josef und Irmgard Meier, Museumsdirektorin Dr. Monika Kania-Schütz und Bezirkstagspräsident Josef Mederer vor der ehemaligen Gasolin-Tankstelle.