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Einblicke in die Sammlung

Wir zeigen Ihnen hier einzelne Objekte aus der über 80.000 Stücke umfassenden volkskundlichen Sammlung des Freilichtmuseums Glentleiten. Diese Präsentation wird stetig für Sie erweitert und soll Ihnen die ganze Bandbreite des Sammlungsbestandes vor Augen führen.

Heiligendarstellungen

Halbfigur des heiligen Joseph

Die mehrfarbig gefasste Halbfigur ist mit einem vergoldeten Strahlenkranz versehen und trägt eines der typischen Attribute des Heiligen, einen Lilienzweig (Symbol für Keuschheit), in der rechten Hand. Sie finden die Figur in der Hauskapelle des Fischerweber-Hofs aus Rottach-Egern, die im Zuhaus des Gebäudeensembles untergebracht ist (Gebäude Nr. 32a). Gemeinsam mit vielen anderen Heiligen ist sie Teil der überaus reichen Kapellenausstattung und gehört zu einer Objektgruppe aus der Zeit um und vor 1700. Diese Gegenstände hatten sich ursprünglich in kirchlichem Besitz befunden und erfuhren in der Hauskapelle eine Zweitnutzung. Sehr wahrscheinlich stammten die Halbfigur sowie eine Darstellung der heiligen Barbara, vier Cheruben und zwei Putti aus der Egerner Pfarrkirche St. Laurentius und zierten dort einst die Seitenaltäre. Es ist allerdings unklar, auf welchem Weg die Objekte den Weg in die Hauskapelle nahmen.

Wenn Sie mehr über die gesamte Ausstattung der Hauskapelle wissen möchten, empfehlen wir Ihnen die Lektüre des Beitrags "Die Hauskapelle im Zuhaus des Fischerweber-Hofs. Ein Schatzkästlein populärer Frömmigkeit" von Jan Borgmann, in: Jahrbuch der oberbayerischen Freilichtmuseen Glentleiten und Amerang, 8 (2013), S. 50-63.

Beethovenjubiläum 2020

Postkarte mit Beethoven-Briefmarke

Selbst unter dem Stichwort "Beethoven" gibt es Treffer in der Objektdatenbank des Freilichtmuseums Glentleiten. Diese Postkarte wurde 1929 verschickt. Sie ging an Waly Buchner, der man herzlich zum Namenstag gratulierte. Die Dauer-Briefmarke mit Beethovens Konterfei und einem Wert von 8 Pfennigen ist 1927 erschienen, als man Beethovens 100. Todestag beging.

Textilien

In der Sammlung des Freilichtmuseums Glentleiten sind Textilien breit vertreten. Rund 17.000 Stücke zählen zu dieser Objektgruppe. Dazu gehören Trachten, Unterwäsche, Tischdecken, Festtags- und Alltagskleidung etc. aus den letzten rund 200 Jahren.

Kleider aus den 1920er Jahren

Die knie- bis wadenlangen Kleider wurden von einer sich modern kleidenden Frau getragen, die in Partenkirchen lebte und arbeitete, aber nicht von dort stammte. Die Stücke entsprechen dem Zeitgeist der 1920er Jahre und der Mode für die "Neue Frau". Sehr modern sind etwa die geraden Schnitte der Kleider ohne Hervorheben der Taille. Die Farben muss man sich im ursprünglichen Zustand kräftiger vorstellen, sie sind im Lauf der letzten 100 Jahre etwas verblichen.

Wer sich mehr für die "Neue Frau" und die Mode der Zeit interessiert, sei auf den Aufsatzband zur Ausstellung EINE NEUE ZEIT verwiesen, der 2019 im Volkverlag erschienen ist.