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31.08.2021

Vortragsreihe zur Erinnerungskultur komplett online

"Obersalzbergstraße 66. Aspekte zur Erinnerungskultur"

Das Freilichtmuseum organisierte eine Vortrags- und Gesprächsreihe zur Erinnerungskultur, die nun komplett auf dem YouTube-Kanal der Glentleiten zu sehen ist. Anlass für die Beschäftigung mit diesem hochaktuellen Thema gab der Wiederaufbau eines Wohnhauses aus dem Ortsteil Resten in der Gemeinde Berchtesgaden, das ursprünglich die Adresse „Obersalzbergstraße 66“ trug und Luftlinie nur wenige hundert Meter von Hitlers „Berghof“ entfernt lag.

Das über 400 Jahre alte Wohnhaus aus der Gemeinde Berchtesgaden erfuhr im Laufe der Jahrhunderte nur wenige bauliche Veränderungen. In den 1930er und 1940er Jahre gab es in seiner unmittelbaren Nachbarschaft im Ort Obersalzberg jedoch sehr wohl umwälzende Veränderungen: Das Dorf wurde umgewandelt in ein „Führersperrgebiet“ und Adolf Hitler machte sein Feriendomizil, den „Berghof“, zum zweiten Regierungssitz mit allen Konsequenzen. Der ursprüngliche Ort Obersalzberg existiert nicht mehr, die Villen der NS-Größen wurden zum Großteil zerstört.

Was an die Stelle des Bergbauerndorfs Obersalzberg und des „Führersperrgebiets“ rückte, welche Überreste es noch gibt, und wie erinnern an einem solchen von manchen als „Täterort“ bezeichneten Ort möglich und sinnvoll ist, behandelt die Vortrags- und Gesprächsreihe.

Alle Vorträge und Gespräche im Überblick:

  • Albert Feiber, Dokumentation Obersalzberg: „Der Obersalzberg, das Marosen-Lehen und Berchtesgaden. Facetten einer Beziehung“
  • Prof. Dr. Jörg Skriebeleit, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, und Ulrich Chaussy, investigativer Journalist und unter anderem Autor des Buches „Nachbar Hitler“: Gesprächsrunde über „Erinnerungskultur heute, ausgehend vom Beispiel Obersalzberg“, moderiert von Thies Marsen (BR)
  • Dr. Walter Irlinger, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: „Bauliche Relikte – materielles Erinnern am Obersalzberg“
  • Dr. Elisabeth Tworek, Kulturabteilung Bezirk Oberbayern: „Tourismus am Vorabend des Nationalsozialismus im Voralpenland“
  • Bernhard Achhorner, Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popularmusik des Bezirks Oberbayern: „Volks- und Blasmusik in der NS-Zeit. Zur musikalischen Instrumentalisierung von Heimat, Kultur und Identität in Oberbayern“