Seit Oktober 2025 können Sie das Wohnhaus und die Remise des Oberländer-Hofs aus Oberzeitlbach besichtigen. Der über 32 m lange Stallstadel befindet sich noch im Wiederaufbau.
Bei der Hofanlage aus dem Landkreis Dachau handelt es sich um einen Dreiseithof, bestehend aus Wohnhaus, Stallstadel und Remise. Zu dem für die Region mittelgroßen landwirtschaftlichen Anwesen gehörten ca. 45 ha Fläche mit Äckern, Wiesen und Wald. Angebaut wurden Getreide, Kartoffeln und Rüben. Damit rückt eine für die Region typische landwirtschaftliche Nutzung in den Blick. Das Anwesen war bis 1979 bewirtschaftet.
Das Wohnhaus dieses Hofes ist das erste Architekturexponat an der Glentleiten, das aus dem nördlichen Oberbayern stammt. Es wurde 1783 erbaut. Mit den verputzten Ziegelwänden und dem hohen Sparrendach unterscheidet es sich deutlich von den bisher gezeigten Gebäuden.
Der Stallstadel hatte mehrere Funktionen unter seinem Dach vereint: In einem gewölbten Stallteil waren Milchvieh, Kälber, Ochsen und Pferde sowie wenige Mastschweine untergebracht. Auf der Tenne wurde im Herbst beispielsweise gedroschen. Und natürlich diente der Stadel auch als Lagerraum – nicht nur für Getreidegarben und Stroh, sondern auch für landwirtschaftliche Geräte.
Aufwändige Vorbereitungen
Mit dem Oberländer-Hof aus Oberzeitlbach kann Ihnen das Freilichtmuseum Glentleiten zukünftig ein Stück nördliches Oberbayern präsentieren. Bevor allerdings die historischen Bauteile an ihrem neuen Standort wieder zu einer kompletten Hofanlage zusammengefügt werden können, bedurfte es umfassender Vorbereitungen:
Gelände
Der ursprüngliche Standort des Hofs weist eine leichte Hanglage auf, was auf dem hügeligen Museumsgelände an der Glentleiten gut aufgegriffen werden kann. Dennoch waren neben dem Aushub der Baugruben weitere Erdarbeiten notwendig, um das Umfeld passend zu modellieren.
Wege
Der Oberländer-Hof wird in einem neuen Bereich des Museumsgeländes wiederaufgebaut, daher mussten und müssen noch komplett neue Wege angelegt werden – zunächst für die Baufahrzeuge, später dann für Besucherinnen und Besucher.
Keller/Fundamente
Um einen dauerhaften Erhalt der Gebäude zu gewährleisten, erhalten die einzelnen Gebäude im Museum ein modernes Fundament, im Falle des Wohnhauses sogar einen kompletten Keller.
Für Sie werden die meisten dieser Maßnahmen weitgehend unsichtbar sein, für den Schutz der Bauten und den Museumsbetrieb sind sie unerlässlich.
Stein auf Stein
Die Gegend um Altomünster ist reich an Tonvorkommen, daher hat das Ziegelwesen in der Region eine lange Tradition. Dies spiegelt sich in der regionalen Baukultur wider: Beim Oberländer-Hof sind alle drei Gebäude – Wohnhaus, Remise und Stallstadel – mit Vollziegeln gemauert.
Auch beim Wiederaufbau im Museum spielt dementsprechend das Ziegelmauerwerk eine zentrale Rolle. Unsere Museumshandwerker errichten das Kellergewölbe sowie die Außen- und Innenwände ausschließlich mit historischen Vollziegeln. Zum Einsatz kommt außerdem selbst hergestellter Kalkmörtel nach historischem Vorbild. Originales Mauerwerk, das beim Abbau im Ganzen geborgen worden war, erhält seinen ursprünglichen Platz und wird dazu zentimetergenau eingefügt.









