Das frei stehende Backhaus wurde 1812 als hölzerner Blockbau errichtet, im hinteren Teil war der Backofen eingemauert. Ursprünglich entwich der Rauch aus dem Backofen direkt in das offene Dach. Ein Gewölbe, das spätestens 1877 vor den Backofen gemauert wurde, um den Rauch zu einer Abzugsöffnung im Giebel zu leiten, wurde teilrekonstruiert. Bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts war das Backhaus nicht mehr in Betrieb. Die Mauerwerkseinbauten wurden entfernt und man nutzte das Gebäude als Abstellraum. Ungewöhnlich ist der direkt an das Backhaus angebaute Abort.
Nur fünf Meter vom Abort entfernt fand sich in Straß der etwa neun Meter tiefe Brunnenschacht, aufgemauert aus unbehauenen Steinen. Den überdachten Brunnenkasten errichtete Franz Schauer sen. im 19. Jahrhundert in Blockbauweise. Mit einer Handkurbel ließ sich eine Winde in Bewegung setzen, mit der ein Wassereimer nach oben gezogen werden konnte. Um 1900 legte man eine Saugleitung vom Brunnen in das Haus und stellte in der Werkstatt eine Handpumpe auf. Für die Bewohner bedeutete der Wasseranschluss direkt im Haus eine wesentliche Erleichterung. Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung erhielt das Anwesen erst 1963.


