Doppelkaser von der Mitterkaseralm

Auf einer Wiese steht ein Holzhaus mit Legschindeldeckung und einem Dacherl aus Blech. Dahinter Bäume.

Präsentationszeit: um 1930

Als sogenannter Mitterleger wurde die Alm von Ende Juni bis Ende Juli und von Mitte August bis Mitte September befahren. Dieser Doppelkaser, ein Kantholzblockbau, gehörte zu zwei Höfen: dem Schwabenlehen aus Ramsau (Schwabenkaser) und dem Hanötzlehen aus Schönau (Hanötzkaser). Beide schickten im Sommer ihre Sennerin mit je fünf bis zehn Stück Vieh auf die Alm. Die Frauen wirtschafteten völlig getrennt in dem Gebäude, das in Firstrichtung in zwei Hälften geteilt war.

Thema: „Almwirtschaft – Gastwirtschaft“
Der Kaser lag nah am Wanderweg zum Watzmannhaus, sodass sich der Betrieb einer kleinen Alm-Gastwirtschaft für die Bäuerin im Schwabenkaser anbot. Während sie selbst den ganzen Sommer über Wanderer bewirtete, wurde das Vieh von einer Sennerin und einem Hütebuben betreut. Für den Bewirtungsbetrieb war der Kaser in den 1920er-Jahren extra umgebaut worden. Küchen und Schlafkammer wurden zu einem Raum zusammengelegt und eine Decke eingezogen. Im neu entstandenen Dachboden befand sich der Schlafplatz von Bäuerin und Sennerin. Die offene Feuerstelle ersetzte man durch einen eisernen Herd mit gemauertem Kamin. Für Gäste wurden zusätzliche Schlafplätze auf dem Dachboden über dem Stall eingerichtet sowie außen ein überdachter Sitzplatz angebaut. Während man im Schwabenkaser also auf Tourismus und Gästebewirtung umstellte, führte die Sennerin im Hanötzkaser die traditionelle Vieh- und Milchwirtschaft fort. Eine Medienstation präsentiert historische Bilder von Arbeit und Leben auf der Alm.