Getreidekasten aus Moosen

Blockbau mit einer Einhausung aus einem verschalten Ständerbau

Der Getreidespeicher gehörte zu einem stattlichen Einödhof, dem „Mooser“, und wurde 1512 frei stehend als zweigeschossiger Blockbau errichtet. Vermutlich im 19. Jahrhundert erfolgte auf zwei Seiten die Einhausung mit einer verschalten Ständerkonstruktion. Der hierdurch entstandene zusätzliche Raum wurde zum Unterstellen von Wagen genutzt.

Seine kulturgeschichtliche Bedeutung bekommt der Mooser Kasten durch repräsentative Wandmalereien, die sich im Inneren des Obergeschosses verstecken. Eine Inschrift gibt 1575 als Entstehungsjahr an. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Raum noch zur Lagerung von Getreide genutzt – die Bemalung beginnt daher erst oberhalb der inzwischen ausgebauten Gefache zur Lagerung des Korns. Über einem stilisierten Wandbehang folgt die eigentliche Bildzone mit einfachen Blattranken. Von der Tür aus fällt der Blick zunächst auf die Giebelwand: Sie zeigt eine formelhafte Stadtansicht mit Wehrtürmen, Kirchen und Bürgerhäusern. Flankiert wird diese Darstellung von einem vornehmen Reiter auf der einen und einer Kutsche auf der anderen Seite. An der rechten Wand ist eine Jagdszene zu sehen; daneben finden sich die Darstellung zweier Landsknechte sowie die eines pflügenden Edelmanns.

Der Maler hat keine Motive aus dem bäuerlichen Alltag gewählt – auch die Feldarbeit ist nicht wirklichkeitsnah dargestellt, sondern vielleicht als eine symbolische Handlung zu verstehen. Für die Lesbarkeit der Motive war die Genauigkeit im Details wichtig. Kleidung, Kutschentyp oder die Art der Anspannung mussten wiedererkennbar sein. Maßstab und Perspektive spielten hingegen keine Rolle, ebenso wenig der logische Bildzusammenhang. Die meisten Motive stammen aus der Lebenswelt der zeitgenössischen sozialen Oberschicht, dem Adel.

Im Erdgeschoss gibt es eine Werkstatt und einen Schlafraum für Saisonarbeiter.