Präsentationszeit: Anfang 20. Jahrhundert
Ungeziefer, Feuer, Feuchtigkeit – in der Zeit bis zur nächsten Ernte musste das Getreide vor vielen Gefahren bewahrt werden. Der Getreide- oder Kornkasten war daher das wichtigste Nebengebäude eines Hofs.
Neben Brot und Saatgetreide lagerten hier auch andere wichtige Vorräte wie Flachs und Daunen sowie Arbeitsgeräte und wertvolle Gegenstände.
Häufig wurden Kornkästen im Bereich der Türen mit geschnitzten Ornamenten und Malereien verziert. So auch hier: Im Obergeschoss des Gebäudes finden sich am Balken über der Tür mit schwarzer Farbe aufgemalte Ranken, ein geometrisches Muster und unter einem Kreuz die Jahreszahl 1676. In diesem Jahr wurde der Kornkasten als zweigeschossiger Blockbau errichtet. Auf drei Seiten ist er von einem jüngeren Anbau in Ständerbauweise eingehaust; hier waren Wagen und landwirtschaftliches Gerät untergestellt. Exakt gezimmerte Blockwände mit dichten Fugen und hohe Schwellen erschwerten dem Ungeziefer das Eindringen. Zum Schutz vor Bodenfeuchte stand dieser Kornkasten auf Lagerbalken.
Auf dem Gelände des Freilichtmuseums ist der Getreidekasten dem Mesner-Hof (Gebäude Nr. 18) zugeordnet; ursprünglich gehörte er zum Schwaiger-Hof der Einöde Portenläng.



