Präsentationszeit: Anfang 20. Jh.
Der Getreidekasten setzt sich aus zwei Elementen zusammen, aus einem massiven Blockbau im Erdgeschoss und einer filigranen Ständerkonstruktion im Obergeschoss. Während im unteren Gebäudeteil einst das ausgedroschene Getreide lagerte, diente der obere Teil zum Lagern und Nachreifen des ungedroschenen Getreides.
Der Blockbau stammt von 1502 und zählt damit zu den ältesten erhaltenen Zweckbauten des Berchtesgadener Lands. Der verbretterte Aufbau hingegen kam wesentlich später hinzu, nämlich erst im Jahr 1800. Die weit überstehende Form mit schrägen Außenwänden ist dabei charakteristisch für das Berchtesgadener Land. Zuletzt diente dieser Raum als Abstellfläche für Werkzeug und Gerät.
Gemeinsam mit dem Wohnhaus aus Resten (51a), dem Stallstadel aus Ramsau (51b, ebenfalls vom „Mösler-Lehen“) und der Hofmühle aus Unterlandtal (51d) bildet der Getreidekasten das Ensemble „Berchtesgadener Zwiehof“.
Die Bezeichnung „Zwiehof“ verweist auf die beiden Hauptgebäude: das Wohnhaus mit Feuerstelle, Wohnstube und (Vorrats-)Kammern sowie den Stadel mit integriertem Stall. Je nach Hofgröße konnten weitere Nebengebäude hinzukommen, etwa Backofen, Getreidespeicher, Flachsbrechhütte oder eine eigene Hofmühle.





