Heute noch verweisen in Oberbayern Orts- und Flurnamen auf das Köhlergewerbe, z. B. Bad Kohlgrub, Brandstatt oder Brandflecken. Auch Haus- oder Hofnamen wie Kohler und Meiler haben diesen Bezug. Auf dem Kohlplatz im Freilichtmuseum gibt es das Modell eines Kohlenmeilers sowie eine aus Baumrinde rekonstruierte, einfache Köhlerhütte (sog. Rindenkobel) zu sehen.
Holz ist ein wertvoller und vielseitiger Rohstoff. Seit Ende des 16. Jahrhunderts war das Schlagen von Holz deshalb obrigkeitlich streng geregelt. Bestes Kohlholz sind Eiche, Buche und Birke. Im randalpinen Oberbayern verkohlte man häufig das hier weit verbreitete Nadelholz. Die Köhler verwendeten in der Regel für den Hausbau ungeeignete Wurzelstöcke. Als Standort für den Meiler wählte man eine Waldlichtung, am besten in Wassernähe. Die „Kohlstatt“ sollte ein trockener, ebener und windstiller Ort sein. Sie musste ausreichend Raum bieten für den Meiler sowie für Holzlager, Lösche (ein Wasser-Asche-Gemisch) und die Köhlerunterkunft. In Oberbayern wurde im sogenannten Rundmeiler verkohlt: Um einen Mittelpfahl, die „Quandelstange“, ordnet man trockene Holzscheite an und baut so einen Meiler auf. Die Öffnung zum Anzünden unten am Pfahl wird mit trockenen Ästen und Blättern verstopft. Der aufgeschichtete Meiler wird mit Lösche luftdicht abgedeckt und dann angezündet. Je nach Größe des Meilers dauert die Verkohlung, manchmal zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit durfte der Köhler den Meiler nicht aus den Augen lassen. Er musste die Luftzufuhr regulieren und dafür sorgen, dass der Meiler nicht entflammte, explodierte oder zusammenfiel.
Hauptabnehmer von Holzkohle waren Eisenhütten. Sie nahmen nur große Kohlestücke ab, kleinere Kohlen wurden an Schmiedewerkstätten geliefert oder als Heizmaterial für den privaten Bedarf verkauft. Darüber hinaus verwendete man Holzkohle zum Desinfizieren, Filtrieren von Flüssigkeiten sowie zum Herstellen von Schießpulver.
Schaumeiler und Tafeln informieren zu „Holzkohlegewinnung“ und „Köhlerei in Oberbayern“.
Meist im August wird auf dem Kohlplatz ein Kohlenmeiler aufgeschichtet und abgebrannt. Die Aktion dauert rund 10 Tage. Aus 100 kg trockenem Holz erhält man dabei rund 25 kg Holzkohle.





