Oberländer-Hof aus Oberzeitlbach

Zwei Häuser vor einer Bergkulisse.

Präsentationszeit: 1970er-Jahre

Mit einer Hofanlage aus Oberzeitlbach (Lkr. Dachau) ist erstmals das nördliche Oberbayern im Freilichtmuseum Glentleiten vertreten. Der offene Dreiseithof setzt sich aus drei Gebäuden zusammen, die einen rechtwinkligen Hofraum umschließen: dem Wohnhaus, dem stattlichen Stallstadel und der Remise. Mit den verputzten Ziegelwänden und den hohen Sparrendächern unterscheidet sich das Ensemble deutlich von den bisher gezeigten Hofanlagen. Gleichzeitig präsentiert der Oberländer-Hof eine andere Bewirtschaftungsform, spielt doch der Ackerbau im Norden Oberbayerns eine weitaus wichtigere Rolle als im (vor-)alpinen Raum.

Mittelpunkt des Oberländer-Hofs ist das Wohnhaus, errichtet im Jahr 1783. Von der Stube aus lässt sich der gesamte Hofraum überblicken. In seinen Ausmaßen wirkt das Gebäude eher klein und bescheiden, doch diente es auch ausschließlich zu Wohnzwecken – das Vieh war im benachbarten Stallstadel untergebracht. Diese bauliche Trennung von Wohn- und Stallbereich zeugt davon, dass der Oberländer-Hof durchaus zu den größeren Anwesen gezählt hat.

Erst einige Jahrzehnte nach dem Wohnhaus kam die Remise hinzu, nach Dendrodatierung wohl 1868. Sie diente zum Unterstellen von Wagen und Maschinen, beherbergte aber auch einen großen Backofen. Zwischenzeitlich wurde die Remise als Austragshaus genutzt, später aber wieder zurückgebaut und bis zum Schluss ihrer ursprünglichen Nutzung gemäß verwendet.

Die letzten Bewohnerinnen und Bewohner – vier ledige Geschwister – bewohnten und bewirtschafteten den Oberländer-Hof bis ins hohe Alter. Sie führten ein einfaches und bescheidenes Leben, Neuerungen standen sie eher skeptisch gegenüber, sodass die Zeit auf dem Hof stillzustehen schien – ein Glücksfall für das Freilichtmuseum.

Wohnhaus und Remise sind zugänglich, der über 32 m lange Stallstadel wird derzeit noch aufgebaut.