Präsentationszeit: 1. Hälfte 19. Jh.
Der Hainzenkaser ist einer der wenigen erhaltenen, echten „Rundumkaser“. Bei diesem archaisch wirkenden Gebäudetyp ist der Wohn- und Arbeitsraum auf allen vier Seiten vom Stall umgeben. Deshalb hat das „Kaserstöckl“ auch kein Fenster, Tageslicht gelangt nur durch die geöffnete Tür ins Innere.
Diese Bauform ist eine Besonderheit. Im gesamten Alpengebiet ist sie nur in den Bergen des Berchtesgadener Landes, im angrenzenden Salzburger Land und in Slowenien anzutreffen. Im „Rundumkaser“ leben Mensch und Tier auf engstem Raum zusammen.
Das Gebäude ist ein Blockbau: Der Wohnteil ist aus dicht gefügten, sauber gebeilten und gehobelten Kanthölzern errichtet, der Wirtschaftsteil aus Rundhölzern. Das Dach ist mit Legschindeln eingedeckt. Seit seiner Erbauung ist der Hainzenkaser kaum verändert worden. Da Almhütten nur saisonal genutzt wurden und schwer erreichbar waren, stattete man sie nur mit dem Allernötigsten aus. Der Kaser spiegelt das bescheidene, auf die Arbeit ausgerichtete Leben der Sennerinnen wider. Die Inneneinrichtung, so wie sie heute zu sehen ist, wurde nach Spuren im Gebäude und nach Bildquellen rekonstruiert.
Gut zu wissen:
Nur im Bereich der Feuerstelle ist die Wand gemauert. Die Herdstelle ist in den Boden eingetieft und mit Balken eingefasst. Der große Kessel aus Kupfer ist der einzige Wertgegenstand auf der Alm und wird zum Käsen gebraucht.
Thema: „fensterlos“
In einer Ton-Bild-Installation erzählt die damalige Sennerin von ihrem Alltag.





