Salettl und Kegelbahn aus Staudham

Ein Biergarten mit historischer Ausschankstation. Die Bäume im Biergarten sind herbstliche gefärbt. Rechts neben dem Biergarten ein langgestrecktes Gebäude mit offener Wand.

Präsentationszeit: 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Das Ensemble besteht aus zwei Gebäuden, der Kegelbahn und dem sogenannten Salettl oder Sommerkeller, die zum Gasthof Staudham gehörten. Das Salettl vereinte mehrere Funktionen unter einem Dach: Eishaus, Kühlräume, Bierausschank und Veranda. Im einstigen Eishaus ist heute eine moderne Küche für die Gaststätte eingebaut. Die Kegelbahn kann gemietet werden. Informationen zu ihrer Nutzung erhalten Sie hier.

Der Begriff Salettl stammt aus dem Italienischen (saletta bedeutet „kleiner Saal“) und ist heute noch vor allem in Österreich gebräuchlich. Er bezeichnet einen Pavillon, ein Gartenhäuschen oder die Veranda eines Gasthauses.

Bereits im frühen 13. Jahrhundert wird Staudham erstmals urkundlich erwähnt. Verkehrsgünstig an der Fernstraße München-Wasserburg-Salzburg gelegen, wurde das Anwesen jahrhundertelang als Pferde-Umspannstation und Rasthaus genutzt. Ein Lageplan von 1876 verzeichnet für das Anwesen ein Wohn- und Gasthaus mit großem Anbau, einen Getreidestadel, eine Remise, außerdem Waschhaus, Brunnen, Stallung, Sommerkeller und Kegelbahn.

In den frühen 1970er-Jahren erfolgte der Ausbau der Straße, die früher Lebensader und Teil des Anwesens gewesen war. Salettl und Kegelbahn standen nun isoliert auf der anderen Straßenseite. Eine Bewirtung war nicht mehr möglich, Abgase und Autolärm vertrieben die Gäste aus dem Biergarten.

Gut zu wissen:

Zu Staudham gehörten zwei kleine Seen, der Staudhamer- und der Kesselsee. Die Teichwirtschaft mit Fischzucht und Eisgewinnung bildete eine wichtige Einnahmequelle. Im Winter wurde der Staudhamer See bei geeigneter Witterung zweimal „ausgeeist“: Vor Einführung technischer Kühlmöglichkeiten (1876 erfand Carl von Linde die erste Kältemaschine) diente Natureis der Konservierung von Lebensmitteln. Für den Eigenbedarf wurde der Eiskeller im Salettl befüllt, um Bier und Vorräte zu kühlen. Darüber hinaus gewann man Eis zum Verkauf an Münchner Großbrauereien, das per Bahn dorthin transportiert wurde.