Werdenfelser Heustadel

An einem Fußweg stehen drei Stadel. Im Hintergrund befinden sich mehrere Kühe.

Freistehende Heustadel in Blockbauweise gibt es im Alpenraum und in Skandinavien. Die drei im Freilichtmuseum gezeigten Werdenfelser Heustadel gehörten ursprünglich zu verschiedenen Anwesen in Partenkirchen, Mittenwald und Wamberg.

Zum Schutz gegen Schlagregen sind die Wände nach außen geneigt. Die Rundholzbalken liegen dabei nicht direkt aufeinander – diese Konstruktion dient der besseren Durchlüftung des Heutstocks. Typisch ist zudem die auf die Giebelwand aufgesattelte Firstsäule: Sie verleiht dem Dach die nötige Stabilität in der Längsrichtung. Ursprünglich waren die Heustadel nur durch das offene Giebeldreieck zugänglich, Türen gab es keine. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Öffnung in der Regel mit Brettern verschlossen.

Das raue Klima und die Höhenlage zwangen die Bauern in der Werdenfelser Region, überwiegend Viehwirtschaft zu betreiben. Der Heubedarf für die Winterfütterung konnte nur zum Teil im Wirtschaftsteil der Höfe untergebracht werden. Daher gehörten zu einem Hof je nach Größe bis zu zehn freistehende Heustadel. Auch das Heu der weiter entfernten einmähdigen Bergwiesen wurde in solchen Stadeln eingelagert. Mit Schlitten bzw. Fuhrwerken erfolgte dann im Herbst und Winter der Transport zum Hof. Während der Mäharbeiten, die in mühsamer Handarbeit mit der Sense erfolgten, wurden die Stadel auch als Schlafplatz genutzt.