Wohnhaus eines Vierseithofs aus Tyrlaching – Michl-Hof

Ein mit roten Ziegeln gedecktes Haus: Das Erdgeschoss ist weiß verputzt, das Obergeschoss ist ein Blockbau aus Holz.

Präsentationszeiten: 2. Hälfte 19. Jahrhundert, 1930er-Jahre

Wirtschaftliche Grundlagen: Vollerwerbslandwirtschaft

Dieses Wohnhaus mit angebautem Pferdestall war ursprünglich Bestandteil eines Vierseithofs, dessen Gebäude zum größten Teil bei einem Brand im Jahr 1942 zerstört wurden. Erhalten und an das Museum übergeben wurde das Wohnhaus, das 1566 unter Verwendung von Bauteilen eines älteren Gebäudes (Ende des 15. Jahrhunderts) errichtet worden war.

Pferdestall und Heulager wurden 1783 angebaut, im gleichen Jahr erneuerte man auch die Dachkonstruktion über dem gesamten Gebäude. Während das Obergeschoss des Wohnteils in Blockbauweise ausgeführt ist, findet sich über dem Pferdestall ein verschalter Ständerbau mit Bundwerk. Das Erdgeschoss ist jeweils gemauert. Auf der einen Seite des quer durch das Haus führenden Flurs liegen Küche und Stube, von der aus auch der Pferdestall zugänglich ist. Auf der anderen Seite des Flurs befinden sich die ehemalige Austragskammer, eine kleine Küche und die Speisekammer. In dieser Austragsküche ist noch die originale offene Feuerstelle erhalten. Bis in die 1940er-Jahre wurde sie zusätzlich genutzt, wenn – wie zum Beispiel zur Erntezeit – viele Leute im Haus waren.

Stube und Küche wurden in den 1930er-Jahren umgebaut, dieser Zeit entspricht auch die Einrichtung: In der Küche sind die Originalmöbel und ein zeittypsicher, gemauerter Herd zu sehen, die Stubenausstattung wurde dagegen nach Angaben der letzten Bewohnerinnen und Bewohner rekonstruiert – nur der Kachelofen ist original.

Gut zu wissen

Der Stall dient im Museum für Veranstaltungen, seine Ausstattung wurde nicht wiederhergestellt. Die restlichen Räume des “Michls” zeigen eine für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts typische Einrichtung. In einer der Kammern im Obergeschoss werden außerdem zwei bemalte Betten aus den 1790er-Jahren präsentiert, die vom bekannten Aiblinger Möbelmaler Michael Böheim gefasst wurden.