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Aufbau Waaghaus

Das Waaghaus mit Fuhrwerkswaage wurde 1907/08 in Acheleschwaig bei Saulgrub (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) errichtet und gehörte zu einer Außenstelle des heutigen Haupt- und Landgestüts Schwaiganger.

Das Gut Acheleschwaig gehörte von 1480 bis zur Säkularisation zum Kloster Ettal und ging dann in den Besitz des Königreichs Bayern über. Seit 1814 diente es als „Vorwerk“, also als eine Außenstelle des Militärfohlenhofs Schwaiganger (1871 umbenannt in Remonte-Depot Schwaiganger). Im Jahr 1914 erfuhr das Gut nochmals eine erhebliche Vergrößerung.

Die im Waaghaus befindliche Fuhrwerkswaage diente zum Wiegen der angelieferten Heu- und Strohfuhren und war bis in die 1970er Jahre in Betrieb. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen verbretterten Ständerbau über rechteckigem Grundriss (7,5 m x 4,0 m). Es besitzt an jeder Giebelseite ein zweiflügeliges Tor, sodass einst die Fuhrwerke durch das Gebäude fahren konnten. Im Innern befindet sich die rechteckige Waagenbrücke (1,75 m x 5,0 m), über ein mechanisches Hebelwerk verbunden mit der Waage in einem angeschleppten Anbau (2,75 m x 1,80 m). Das Bieberschwanz-gedeckten Satteldach ist eine sorgfältig gearbeitete Hängewerk-Konstruktion, die einen stützenfreien Raum für die darunterliegende Fuhrwerkswaage gewährleistet.

Für das Freilichtmuseum Glentleiten stellt das Waaghäuschen als Architektur-/Technik-Exponat aus mehrerlei Hinsicht eine überaus lohnende Ergänzung dar: Zum einen vermittelt die voll funktionsfähige Waage ein Stück Technikgeschichte; zum anderen verknüpft das Gebäude durch seine historische Funktion bayerische Militärgeschichte mit der lokalen Agrargeschichte. Darüber hinaus hat das Freilichtmuseum Glentleiten wie das Waaghäuschen einen unmittelbaren Bezug zum Haupt- und Landgestüt Schwaiganger, schließlich gehörten Teile des Museumsgeländes einst zum historischen Remonte-Depot.

Die Eröffnung ist für 2022 geplant, die Kosten für die Translozierung, also den Ab- und Wiederaufbau, übernimmt der Freundeskreis Freilichtmuseum Südbayern e.V.